Dienstag, 27. Juni 2017

10 Jahre Energieregion Goms

Seit zehn Jahren versucht das Goms neben dem Tourismus ein weiteres Standbein im Bereich Energie aufzubauen. Es ist gelungen, das Goms als Energieregion über die Schweiz hinaus bekannt zu machen. Die energieregionGOMS wird heute regelmässig von Gemeinden oder Regionen besucht, und sie kann so ihre Erfahrungen auch an andere Regionen im In- und Ausland weitergeben. Dies ist beste Werbung für die gesamte Region.


Angefangen hat die Initiative mit einigen engagierten Leuten aus der Region. Sie gründeten einen Verein und fingen an, die Marke «energieregionGOMS» mit Hilfe von Projekten und einer gezielten Kommunikation über die Landesgrenze hinaus zu positionieren. Mitgetragen wird die Initiative von den Gemeinden der Region, von lokalen Unternehmen und dem Verein unternehmenGOMS. Mittlerweile wird die Energieregion auch durch eine Geschäftsstelle professionell unterstützt. Das Ziel aller Akteure ist es, regelmässig Projekte im Energiebereich umzusetzen und so die Energieproduktion mit lokalen Ressourcen zu steigern, zugleich unnötigen Energieverbrauch so weit möglich zu vermeiden, und die Region im Energiebereich bekannt zu machen.

Im Goms wurden über die letzten Jahre einige Vorzeigeprojekte umgesetzt. So wurden sieben Kleinwasserkraftwerke mit insgesamt 100 GWh Jahresproduktion gebaut, oder der höchstgelegene Windpark Europas auf dem Griespass realisiert, welcher rund 800 Haushalte mit Strom versorgt. Daneben wurden zahlreiche Solaranlagen erstellt, und ein grösserer Holzschnitzelverbund in der Gemeinde Ernen realisiert.
Projekte werden aber auch regelmässig im Bereich Energieeffizienz umgesetzt. Hier versucht man mit Fördermassnahmen Haushalte und Unternehmen zum Energiesparen zu bewegen. In der energieregionGOMS gibt es finanzielle Unterstützung für den Kauf von effizienten Haushaltsgeräten, bei der Durchführung von Gebäudeanalysen oder dem Bau von Solarkollektoren.

Der dritte Bereich bildet die Sensibilisierung. Regelmässig werden Bevölkerung, aber auch Unternehmen und Gemeinden mit Aktivitäten und Veranstaltungen in und ausserhalb der Region zu verschiedenen Energiethemen informiert. Eine wichtige Gruppe bildet die Jugend. Sie soll für einen umsichtigen Umgang mit Energie und Ressourcen sensibilisiert werden. In regelmässigen Abständen werden Energietage und Projekte zusammen mit den Schulen vor Ort durchgeführt. Diesen Sommer nehmen die Schüler beispielsweise mit einer Schnitzeljagd an der  internationalen Elektroauto-Rally WAVE teil, welche das Goms am 13. Juni besucht.

Viele Projekte sind aber nicht reine Energieprojekte. Sie sind vielmehr in einem regionalwirtschaftlichen Kontext zu betrachten, bei denen insbesondere touristische oder land- und forstwirtschaftliche Aspekte schnell einmal zu wichtigen Multiplikatoren werden können. Über das Projekt «e-mob» stellen zum Beispiel einige Gemeinden und Unternehmen ihren Mitarbeitern Elektroautos zur Verfügung, welche auch von Touristen tageweise gemietet werden können. Im Projekt «Dorfkernerneuerung» sollen alte Walliserhäuser in den Dorfkernen energetisch saniert werden. Der Erhalt der Dorfkerne mit ihren typischen sonnenverbrannten Walliserhäusern ist für das intakte und lebendige Dorfbild wichtig, aber auch für die touristische Attraktivität.
Als Vorzeigeregion wird die energieregionGOMS heute auch regelmässig von andern Gemeinden und Regionen besucht, welche ähnliche Ziele verfolgen. Unter dem Titel «Erleben und voneinander Lernen» wurde das Modul exkursionenGOMS aufgebaut, in welchem Firmenausflüge oder Workshops zum Erfahrungsaustausch angeboten werden. So entstehen positive Wirkungen, welche für das Image und das Marketing der Tourismusregion von Bedeutung sind. Gerade die beiden Bereiche Energie und Tourismus lassen sich sehr gut miteinander verbinden.

Die energieregionGOMS verfolgt ihre Vision seit zehn Jahren. Die Initianten wissen heute, dass diese Reise lange und manchmal beschwerlich sein kann. Aber am Ende kann dieser Weg das Gesicht und die Strukturen einer Region positiv verändern – zum Nutzen der lokalen Wirtschaft, der Gesellschaft und auch der Umwelt. Für sie liegt es darum auf der Hand, dass das Goms auch Vorbild für den Kanton werden kann. Als Wasserschloss und Sonnenstube der Schweiz hat das Wallis beste Karten, sich auch als «Energieland Wallis» zu vermarkten - eine Vorzeigeregion, in der modernste Technik, nachhaltiger Tourismus und die intakte Landschaft eine Einheit bilden.

Quelle:  energieregionGOMS

Montag, 26. Juni 2017

Verbrauch von Silizium sinkt

Der durchschnittliche Siliziumverbrauch für die Herstellung multi- und monokristalliner Solarzellen wird von 4,8 Gramm pro Watt (g/W) im vergangenen Jahr um 25 % auf 3,6 g/W im Jahr 2020 sinken. Dies ist das Ergebnis eines neuen Szenarios, das die Polysilizium-Marktforschungsfirma Bernreuter Research entwickelt hat. 

© bernreuter.com | Der spezifische Siliziumverbrauch
der Solarindustrie wird sich von 2010 bis 2020 halbieren.
"Neben dem wachsenden Marktanteil monokristalliner Zellen mit ihren höheren Wirkungsgraden wird vor allem die rasche Verbreitung von Diamantdrahtsägen den spezifischen Siliziumverbrauch pro Watt erheblich nach unten treiben", sagt Johannes Bernreuter, Chef von Bernreuter Research und Autor des Polysilicon Market Outlook 2020.
 
Diamantdrahtsägen in der Produktion monokristalliner Wafer bereits weit verbreitet
Im Vergleich zu traditionellen Drahtsägen, die mit einer den Draht benetzenden Suspension (Slurry) aus Siliziumkarbid-Partikeln arbeiten, erlauben Diamantdrahtsägen nicht nur einen höheren Durchsatz und geringere Kosten in der Waferproduktion, sondern auch die Verwendung eines dünneren Drahts. Während die technische Grenze von Slurry-basierten Drahtsägen bei einer Drahtdicke von 100 Mikrometern (µm) liegt, kann Diamantdraht bis zu 60 µm dünn sein und so den Sägeverlust bedeutend reduzieren. 

Diamantdrahtsägen haben bereits einen großen Marktanteil gewonnen in der Produktion monokristalliner Wafer, die folglich gegenüber der multikristallinen Variante konkurrenzfähiger geworden sind. Zudem treibt LONGi Green Energy Technology, der größte Hersteller monokristalliner Wafer, die monokristalline Technologie mit einem massiven Ausbau seiner Produktionskapazität voran. Bernreuter Research geht deshalb davon aus, dass der Marktanteil monokristalliner Wafer von 27 % im vergangenen Jahr auf 47 % im Jahr 2020 steigen wird. 

Multikristalliner Sektor holt durch angepasste Ätzprozesse auf
Die wachsende Konkurrenz hat den multikristallinen Sektor gezwungen, das technische Problem zu lösen, das bisher den Einsatz von Diamantdraht beim Sägen multikristalliner Wafer verhindert hat: Ihre Oberfläche wird so glatt, dass sie mit der sauren Standard-Ätzlösung nicht texturiert werden kann. 

Inzwischen bieten die Anlagenbauer Schmid, RENA und RCT Solutions angepasste Ätzprozesse mit einem Metallkatalysator oder anderen Zusatzstoffen an, die Diamantdraht-gesägte multikristalline Wafer texturieren können. GCL-Poly, der weltgrößte Hersteller multikristalliner Wafer, sowie die großen integrierten Solarmodul-Produzenten wie Jinko und Canadian Solar haben bereits begonnen, von Slurry-basierten auf Diamantdraht-Sägen umzustellen. "Experten schätzen, dass der Umstieg für die gesamte Industrie vier oder fünf Jahre brauchen wird", sagt Bernreuter. "Daher erwarten wir, dass 2020 mehr als 90 % der multikristallinen Wafer mit Diamantdraht gesägt werden." 

Detailliertes Szenario des spezifischen Siliziumverbrauchs in der Solarindustrie
Selbst mit viel konservativeren Annahmen errechnet Bernreuter Research einen durchschnittlichen Siliziumverbrauch von 4 g/W für 2020. Analyst Bernreuter warnt: "Die Polysiliziumindustrie muss sich auf die Tatsache vorbereiten, dass die Nachfrage an zwei Fronten nachlässt: Die jährliche Wachstumsrate der weltweiten Photovoltaik-Installationen geht zurück, und der Polysiliziumverbrauch für jedes neu installierte Gigawatt wird 2020 nur noch halb so groß sein wie 2010." 

Der Polysilicon Market Outlook 2020 enthält ein detailliertes Szenario des spezifischen Siliziumverbrauchs in der Solarindustrie zwischen 2014 und 2021, mit Daten zu Ingot-, Wafer- und Zellausbeuten, Waferdicke, Sägeverlust und Marktanteil von Diamantdrahtsägen, Zellwirkungsgraden und Marktanteilen von Zelltechnologien. Der 70-Seiten-Report liefert auch Bottom-up-Szenarien zu Polysilizium-Angebot und -Nachfrage, detaillierte Prognosen zu Polysilizium-Preisen und Produktionskosten bis 2020 sowie die jüngste Entwicklung in der Fließbettreaktor-Technologie. Mehr Informationen über den Report finden Sie hier

 

Freitag, 23. Juni 2017

Mehr - auch mehr Erneuerbare

Der Endenergieverbrauch der Schweiz ist 2016 gegenüber dem Vorjahr um 1,9% auf 854`300 Terajoule (TJ) gestiegen. Ein wichtiger Grund dafür ist die im Vergleich zum Vorjahr kühlere Witterung. Zum Verbrauchsanstieg trugen aber auch die positive Entwicklung der Wirtschaft und das anhaltende Bevölkerungswachstum bei.


Der Anstieg des Endenergieverbrauches um 1,9% gegenüber dem Vorjahr ist in erster Linie auf die etwas kühlere Witterung im Jahr 2016 zurückzuführen. Die Anzahl Heizgradtage, ein wichtiger Indikator für den Energieverbrauch zu Heizzwecken, nahm gegenüber dem Vorjahr um 6,7% zu. Zum höheren Energieverbrauch haben auch die langfristigen Treiber wie die ständige Wohnbevölkerung (+1,1%), das Bruttoinlandprodukt (+1,3%), der Motorfahrzeugbestand (+1,6%) und der Wohnungsbestand (Zuwachs, es liegen jedoch noch keine detaillierten Zahlen vor) beigetragen. Während der Zuwachs der langfristigen Treiber den Energieverbrauch erhöht, wirken Effizienzsteigerungen und Substitutionseffekte tendenziell dämpfend auf das Wachstum des Energieverbrauches. Zu den Bestimmungsfaktoren der Energieverbrauchsentwicklung werden die jährlichen Ex-Post-Analysen des Energieverbrauches weitere Aufschlüsse liefern können (Publikation im Oktober 2017). 

Der Verbrauch von Heizöl extra-leicht stieg um 2,4% an, derjenige von Erdgas um 3,8%. Der Elektrizitätsverbrauch blieb unverändert und lag auf dem Vorjahresniveau (siehe Medienmitteilung BFE vom 21. April 2017). Diese drei Energieträger machen mehr als die Hälfte des Endenergieverbrauches aus (2016: 53,8%).

Die energetische Verwendung von Industrieabfällen hat um 5,9% zugenommen (Anteil am Endenergieverbrauch 2016: 1,3%). Abgenommen hat der Verbrauch von Kohle (-8,1%) und den schweren Heizölsorten (-52,0%), zugenommen jener von Petrolkoks (+122,5%). Der Anteil dieser drei Energieträger am gesamten Endenergieverbrauch ist gering.

Der Treibstoffverbrauch insgesamt hat erstmals seit drei Jahren gegenüber dem Vorjahr wieder leicht zugenommen (+0,4%). Der Trend zur Substitution von Benzin durch Dieseltreibstoff setzte sich ungebrochen fort: Der Absatz von Dieselöl erhöhte sich um 1,1%, der Benzinverbrauch ging um 3,1% zurück. Der Absatz von Flugtreibstoffen stieg um 4,7%. Die fossilen Treibstoffe machen gut einen Drittel (34,2%) am gesamten Endenergieverbrauch aus. 

Die kühlere Witterung wirkte sich auch auf den Verbrauch der erneuerbaren Energieträger zu Heizzwecken aus. Der Verbrauch von Energieholz stieg um 7,6%. Auch die Nutzung von Umgebungswärme mit Wärmepumpen lag 10,6% über dem Vorjahreswert, ebenso der Verbrauch von Fernwärme (+6,2%) und Solarwärme (+3,8%). Der Anteil dieser Energieträger am gesamten Endenergieverbrauch 2016 betrug 9,1% (Energieholz: 4,6%, Umgebungswärme: 1,9%, Fernwärme: 2,3%, Solarwärme: 0,3%). Die direkte Nutzung von Biogas blieb konstant. Unter Berücksichtigung des ins Erdgasnetz eingespeisten Biogas (das statistisch unter Gas verbucht wird), ergibt sich ein Anstieg des Biogasverbrauchs um 5,8%. Am gesamten Gasverbrauch machte das eingespeiste Biogas 2016 0,9% aus. Der Verbrauch der biogenen Treibstoffe nahm gegenüber dem Vorjahr wiederum deutlich zu (+72,0%) und hat sich somit innerhalb der letzten drei Jahre insgesamt versiebenfacht. Der Anteil der biogenen Treibstoffe am gesamten Absatz von Benzin und Diesel lag 2016 bei 1,6% (2015: 0,9%). Neben der Befreiung der biogenen Treibstoffe von der Mineralölsteuer wirkt sich auch deren Anrechnung als CO2-Kompensationsmassnahme verbrauchssteigernd aus.

Die Schweizerische Gesamtenergiestatistik 2016 ist ab der zweiten Hälfte Juli auf Internet verfügbar und Anfang August 2017 in gedruckter Form erhältlich. Ab sofort verfügbar ist ein erster zusammenfassender Überblick (siehe Anhang).
Quelle: Bundesamt für Energie
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Mittwoch, 21. Juni 2017

Sonnenwende: Solarmedia-Tag

Hier folgt kein Aufruf zum allseits heiss diskutierten Crowdfunding - vielmehr gibt’s zum astronomischen Sommeranfang oder dem längsten Sonnentag eine simple Sponsoring-Aktion: Es müssen nicht unbedingt neue 20er oder 50er Noten sein (siehe Bild), ein alter Hunderter tuts auch:-) Einzuzahlen für: Zürcher Kantonalbank / Guntram Rehsche / IBAN CH46 0070 0111 3009 63007 (für Zahlungen aus Ausland BIC (SWIFT-Code) angeben: ZKBKCHZZ80A) - vielen Dank! 

Der Blog Solarmedia steht im neunten Jahr seit der Lancierung 2009. Anfangs sogar in Fachkreisen leicht säuerlich belächelt (weil der Autor schon damals an die kraftvolle Macht  der solaren Stromerzeugung und nicht nur von Solarwärme glaubte), wurde das damalige Bekenntnis nur in einer Hinsicht widerlegt: es war noch zu vorsichtig. Damals wie heute gilt aber auch – Solarmedia kann als Blog nur weitermachen, wenn ein gewisses Mass an finanzieller Unterstützung gewährleistet ist (s.u.). 

Jederman, jedefrau kann sich noch heute von den damaligen Infos ein Bild machen, denn der Solarmedia lässt sich bis zu  den Anfängen zurück verfolgen, dem Internet sei Dank (siehe Auflistung nach Jahren in der linken Spalte des Blogs). Und so konnte man im vergangenen Jahrzehnt in der allerersten Meldung vom 13.4.2009 etwa lesen: «Im vergangenen Jahr 2008 wurde ein Anstieg des Solarmarktes von 117 Prozent auf eine Gesamtleistung von rund 15 Gigawatt peak (GWp) verbucht (heute über 300!)» Siehe: http://solarmedia.blogspot.ch/2009/04/13.html
 
Einen Tag später präsentierte sich Solarmedia damals als Social Business: «Es genügt ein kurzer Überblick zur Geschichte der Solarwirtschaft darzutun, dass das Wirtschaften mit der Sonne vorderhand zumindest noch kein einträgliches Geschäft darstellt. Die Landwirtschaft ist ohne die Sonnenenergie zwar nicht denkbar, dort ist sie aber ein klassisches öffentliches Gut, das jeder genäss den klimabedingten Gegebenheiten nutzen kann. Auch als Wärme- resp. Energiespender zur Erwärmung erfüllt die Sonne ihren Zweck seit Menschengedenken. Noch nicht zum Zuge kommt sie allerdings als Elektrizitäts- respektive Stromquelle. Obwohl die technischen Gegebenheiten gegeben wären und der Effekt der photovoltaischen Umwandlung von Licht in Strom bereits durch Albert Einstein entdeckt wurde (wofür er auch den Nobelpreis erhielt). Solarmedia setzt sich nun zum Ziel, die Sonnennutzung in diesem Sinne medial zu begleiten und zu fördern.» Siehe: http://solarmedia.blogspot.ch/2009/04/solarmedia-als-social-business.html 

Damit war umschrieben, was heute noch gilt –  Solarmedia war und ist auf die Unterstützung der LeserInnen angewiesen ist. Leisten Sie Ihren Beitrag (ab 20 CHF als LeserIn, ab 200 CHF als Sponsorin mit Eintrag auf > Sponsorenseite). Hier nochmals die Kontoinformationen: Zürcher Kantonalbank / Guntram Rehsche / IBAN CH46 0070 0111 3009 63007 (für Zahlungen aus Ausland BIC (SWIFT-Code) angeben: ZKBKCHZZ80A) - Danke! 

Als Dank sei auch auf die neu ergänzte Fotosammlung von Solaraufnahmen aufmerksam gemacht, die Solarmedia weiterhin unter dem Titel «Top Solar Fotos» betreibt - http://solarmedia.blogspot.ch/p/solar-fotos.html. Die Aufnahmen können unter Einhaltung gewisser Regeln (günstige Tarife) weiter verwendet werden.

Samstag, 17. Juni 2017

Who is who Umweltwirtschaft

Der Branchenführer Umweltwirtschaft 2017 leistet Pionierarbeit. Er bietet erstmals einen Überblick über die Akteure der Umwelt- und Cleantechbranche in der Schweiz. Die Publikation ist ein wertvoller Beitrag zu Vernetzung und Austausch einer Branche im Aufwind.  

Die eidgenössische Abstimmung zum Energiegesetz hat gezeigt, in welche Richtung der Wind weht. Der Wertewandel hin zur Nachhaltigkeit geht jedoch weit über Politik und Gesellschaft hinaus. Die Erkenntnis, dass nur langfristig ökonomisch erfolgreich sein kann, wer das Prinzip der Nachhaltigkeit lebt, setzt sich zunehmend quer durch alle Wirtschaftsbranchen durch - ob im stetig wachsenden Biomarkt, der Solarbranche oder im nachhaltigen Anlagemarkt. Doch welche Güter und Dienstleistungen dienen überhaupt dem Umwelt- und Klimaschutz? Wie können diese Gütergruppen erfasst und kategorisiert werden? Welche Organisationen, Branchenverbände und Vereine stehen dahinter?

Diese Fragen beantwortet die OdA Umwelt im „Who is Who“ der Umwelt- und Cleantechbranche: dem Branchenführer Umweltwirtschaft 2017. Auf mehr als 90 Seiten treffen Akteure der Recycling- und Abfallwirtschaft auf Organisationen der Wasserwirtschaft, Naturmuseen auf nachhaltige Planungsbüros. Ein Kapitel widmet sich der Erneuerbaren Energiewirtschaft, während ein anderes sich mit Umwelt- und Naturschutzbehörden befasst. Die Vielfalt an Organisationen, die sich im Feld der Ressourcen- und Energieeffizienz positioniert haben, ist beindruckend. Da es sich bei der Umweltwirtschaft um eine Querschnittsbranche handelt, ist deren Vernetzung und Beschreibung umso anspruchsvoller. Der Branchenführer Umweltwirtschaft 2017 ist deshalb eine wichtige Orientierungshilfe für alle Wirtschaftsbranchen und Fachleute innerhalb der Branchen und entlang der Wertschöpfungsketten. Der Branchenführer soll den Austausch zwischen den Akteuren beleben, die den Wandel der Zeit erkannt haben. Individuen soll er eine Möglichkeit bieten, sich an nachhaltigen Trends und Entwicklungen zu beteiligen – in welcher Form auch immer.

Der Branchenführer Umweltwirtschaft wird 2017 erstmals publiziert. In den nächsten Jahren soll er kontinuierlich weiterentwickelt werden. Weitere Wirtschaftsbranchen werden sich dem Trend der Ressourceneffizienz und der Klimaverträglichkeit anschliessen und neu gegründete Akteure in der Öffentlichkeit in Erscheinung treten.

Auf umweltprofis.ch liegt der Branchenführer als PDF zum Download (2.8 MB) vor:
http://www.umweltprofis.ch/media/medialibrary/2017/05/Branchenfuhrer_der...

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Mittwoch, 14. Juni 2017

Renomierter Preis für Jenni

Josef Jenni von der Jenni AG in Oberburg bei Burgdorf - dem Solarspeicherpionier reichte es zum Hauptpreis 2 der Auszeichnung Georg Salvamoser Preis, die seit 2011 zum vierten Mal vergeben wurde. 
Bekannt wurde Jenni unter anderem mit diesen
voll solar versorgten Mehrfamilienhäusern
in Oberburg, wo auch die Jenni AG beheimatet ist.
Mit dem Bau des ersten 100 % solarbeheizten Mehrfamilienhauses setzt Jenni Energietechnik neue Massstäbe in der ganzjährigen Nutzung von solarer Wärme, steht in der Begründung, die auf der Website des Preises zu lesen steht. Seit über 40 Jahren verfolgt Josef Jenni konsequent seine Vision der solaren Vollversorgung im Wohnbereich. Das hat die Jury des Georg Salavmoser-Preises überzeugt.Josef Jenni ist ein Solarpionier der ersten Stunde. Als in Kaiseraugst bei Basel im Jahr 1975 ein Atomkraftwerk gebaut werden sollte, kämpfte er bereits dagegen, übernachtete auf dem besetzten Bauplatz. Mit Erfolg: Das Kraftwerk wurde nie gebaut. 
Auch beruflich wollte Jenni anschließend gegen die Atomkraft kämpfen. Dabei setzte er auf die Solarthermie, was konsequent war, weil die Photovoltaik noch nicht marktreif war. Zudem wurde in der Schweiz zu diesem Zeitpunkt das Brauchwasser zumeist mit Strom erwärmt, weshalb jeder Kollektor den Stromverbrauch im Land reduzierte – und so der Atomwirtschaft ihre Argumente für einen Reaktorbau nahm. Im Frühjahr 1976 gründete Jenni in Oberburg im Kanton Bern sein Unternehmen. Anfangs stand noch die Steuerungstechnik für Solaranlagen im Vordergrund, bald installierte er Kollektoren. Dabei wollte er sich aber nicht auf die solare Warmwasserbereitung beschränken, er propagierte vielmehr auch die solare Heizungsunterstützung. 
Also installierte er bald große Wasserspeicher mit mehreren 1000 Litern Inhalt. Die Speicher wurden im Laufe der Jahre immer größer. Um zu zeigen, dass auch ein energieautarkes Haus möglich ist, baute er 1989 ein solches mit einem 118.000 Liter fassenden Wärmetank. Heute hat das Unternehmen mit seinen 70 Mitarbeitern bereits mehr als 20.000 Exemplare des „Swiss Solartank“ ausgeliefert. Der größte fasst gut 200 Kubikmeter für ein Mehrfamilienhaus in der Nähe der Fabrik. So haben die Tanks schon manche Kilowattstunde Strom und manchen Liter Öl eingespart. 

Quelle:georg-salvenmoser-preis.de

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