Freitag, 30. Juni 2017

Immer energie-effizienter

Mit einer konsequenten Effizienzstrategie können Unternehmen viel Energie und Geld sparen. Das beweist die Gruppe Energie-Vorbild Bund. Sie umfasst die zivile Bundesverwaltung, das VBS, den ETH-Bereich und die bundesnahen Unternehmen Post, SBB, Skyguide, Swisscom und neu mit Genève Aéroport auch das erste öffentliche Unternehmen eines Kantons.   

Sie alle haben eine gemeinsame Absichtserklärung unterzeichnet mit dem Ziel, ihre Energieeffizienz bis 2020 um 25% gegenüber dem Ausgangsjahr 2006 zu steigern. Dass die Gruppe ihre Vorbildrolle ernst nimmt, zeigen die Ergebnisse für das Jahr 2016: Sie hat ihre Energieeffizienz im Durchschnitt bereits um 27% verbessert und 72% der geplanten Massnahmen umgesetzt. An einer Veranstaltung beim neuen Partner Genève Aéroport informierte die Gruppe heute über ihre Erfahrungen und künftigen Pläne. Dazu gehört auch, weitere öffentliche Organisationen oder Unternehmen zur Teilnahme im Klub der Energievorbilder zu motivieren.  

Die zivile Bundesverwaltung, das VBS, die bundesnahen Unternehmen sowie der ETH-Bereich sind zusammen für rund 2% des schweizerischen Gesamtenergieverbrauchs verantwortlich. Mit der Gründung der Gruppe Energie-Vorbild Bund und der Unterzeichnung einer gemeinsamen Absichtserklärung im November 2014 haben sie manifestiert, dass sie eine Vorbildrolle in Sachen Energieeffizienz einnehmen wollen. Ausgehend vom Basisjahr 2006 streben die Akteure bis 2020 eine Steigerung der Energieeffizienz um 25% an. Dazu wurden 39 gemeinsame Massnahmen definiert, die bis 2020 zu 80% umzusetzen sind. Hinzu kommen bis zu 15 spezifische Massnahmen pro Akteur. Mit dem Flughafen Genf ist nun das erste öffentliche Unternehmen eines Kantons zur Initiative gestossen. Gespräche mit weiteren Akteuren auf nationaler und kantonaler Ebene laufen.

16,5 Millionen Passagiere nutzten 2016 den Flughafen Genf. Dieser setzt in seiner Energiestrategie auf einen effizienten Energieverbrauch, die Begrenzung des für den Flughafenbetrieb erforderlichen Energiebedarfs, eine möglichst effiziente Energieproduktion und -verteilung sowie auf erneuerbare Energiequellen. Die Einsparungen auf dem gesamten Flughafengelände betrugen 2016 knapp 13 Gigawattstunden. Das entspricht dem Jahresverbrauch von 3250 Haushalten. 

Bis Ende 2016 hat die gesamte Gruppe Energie-Vorbild Bund ihre Energieeffizienz im Durchschnitt um 27% (2015: 26,7%) gesteigert. Damit ist das Effizienz-Ziel für 2020 bereits übertroffen. Zurücklehnen können sie sich dennoch nicht. Denn ohne weitere Anstrengungen ist nicht garantiert, dass dieser Wert auch im Folgejahr erreicht wird oder gar noch gesteigert werden kann. Die 39 gemeinsamen Massnahmen waren Ende 2016 bereits zu 72% (2015: 67%) umgesetzt. Der durchschnittliche Anteil der erneuerbaren Energien am Gesamtverbrauch ist hingegen leicht gesunken und lag Ende 2016 bei 57,4% (2015: 59%).

Highlights der Gruppe Energie-Vorbild Bund 2016

Genève Aéroport: Gegenüber dem Basisjahr 2006 hat das Unternehmen seine Energieeffizienz bisher um 21,5% gesteigert. Wichtige Massnahmen im Jahr 2016 waren die Installation einer Photovoltaikanlage auf einem Schallschutzgebäude, der Bau eines Betriebsgebäudes im Standard Minergie-P und eine Mobilitätslösung speziell für Mitarbeitende im Schichtdienst.

Skyguide: Zur Reduktion des Treibstoffverbrauchs und von Treibhausgasen im Flugverkehr verpflichtet sich Skyguide, die Flugzeuge möglichst direkt an ihr Ziel zu leiten. Sie hat deshalb ein Netz direkter Flugrouten über die Schweiz entwickelt, das Wartezeiten der Flugzeuge vor dem Start verringert und mehrere technische Systeme verbessert. Das Unternehmen strebt auch beim Energieverbrauch der eigenen Infrastrukturen maximale Effizienz an. Von 2006 bis 2016 hat Skyguide ihre Energieeffizienz bei praktisch konstantem Gesamtverbrauch um 30,3% gesteigert.

Die Schweizerische Post: 2016 betrug der Endenergiebedarf der Schweizerischen Post 980 Gigawattstunden. Im Vergleich zum Basisjahr 2006 ist er trotz teilweise starkem Geschäftswachstum um 7% gesunken. Dabei hat die Post ihre Energieeffizienz um 26,7% gesteigert. Das Unternehmen hat im vergangenen Jahr unter anderem ihre Transportflotte mit energieeffizienteren Bahnwagen und Lastwagen erneuert und die vollständige Umstellung von Benzinrollern auf Elektroroller abgeschlossen. Zudem erfolgte der Start zum Ersatz der Röhrenbeleuchtung durch LED-Leuchten in den Briefzentren.

SBB: Mit einem umfangreichen Massnahmenpaket plant die SBB 600 Gigawattstunden pro Jahr einzusparen. Diese Reduktion entspricht 20% des prognostizierten Jahresverbrauchs von 2025. 2016 hat das Unternehmen unter anderem die Bahnstromversorgung optimiert, in energieeffiziente Gebäude investiert und Lokführer für eine energiesparende Fahrweise geschult. Trotz starker Zunahme der Personenverkehrsleistung hat die SBB ihre Energieeffizienz gegenüber dem Basisjahr 2006 bisher um 18% gesteigert.

Swisscom: Das Nachhaltigkeitsengagement von Swisscom fokussiert auf die Steigerung der Energieeffizienz im Betrieb und auf den Einsatz elektrischer Energie mit geringen Auswirkungen auf das Klima. Im letzten Jahr hat das Unternehmen zum Beispiel seine ressourcenschonende Server-Virtualisierung weiter ausgebaut, schweizweit neun Repair Centers für Mobiltelefone eröffnet, eine energieeffizientere TV-Box auf den Markt gebracht und das Energiesparprojekt Mistral zur Frischluftkühlung von Telefonzentralen abgeschlossen. Die Energieeffizienz ist von 2006 bis 2016 um 42,9% gestiegen.

ETH-Bereich: Zusätzliche Leistungen und Aufgaben in Lehre, Forschung und WTT, stark wachsende Studierendenzahlen sowie neuartige Grossforschungsanlagen prägen den ETH-Bereich seit 2006. Der Technologisierungsgrad der Gebäude durch neuste Labortechnik und weitere Innovationen nimmt laufend zu. Dank Modernisierung der Gebäudetechnik, vermehrter Nutzung von Abwärme und grossem Bemühen um möglichst energieeffiziente Grossforschungsanlagen konnte die Energieeffizienz seit 2006 um 19,7% verbessert werden, obwohl der Energieverbrauch gesamthaft um 5,7% gestiegen ist.

VBS: Gegenüber 2006 hat das VBS seinen Gesamtenergieverbrauch im letzten Jahr um 7,3% auf 1079 Gigawattstunden reduziert. Zu den erfolgreichen Massnahmen zählen beispielsweise der Gebäude Energieausweis VBS (GEAVBS), die Schulung von Mitarbeitenden und Angehörigen der Armee, ein Pilotprojekt mit gasbetriebenen LKW sowie der Einsatz von ressourcenschonenden Leichtlaufmotorenölen.

Zivile Bundesverwaltung:
Im vergangenen Jahr hat die zivile Bundesverwaltung ihre Energieeffizienz weiter erhöht. Gegenüber 2006 liegt die Steigerung nun bei 53,9%. Der Gesamtenergieverbrauch ist im gleichen Zeitraum um 12% auf 120 Gigawattstunden gesunken. Aktuelle Massnahmen der zivilen Bundesverwaltung sind zum Beispiel energieeffiziente Tunnelausleuchtungen und die Realisierung eines ökologischen Autobahnwerkhofs durch das ASTRA sowie Photovoltaikanlagen und die Aktualisierung der Ökobilanzdaten für den Baubereich durch das BBL.

Dienstag, 27. Juni 2017

10 Jahre Energieregion Goms

Seit zehn Jahren versucht das Goms neben dem Tourismus ein weiteres Standbein im Bereich Energie aufzubauen. Es ist gelungen, das Goms als Energieregion über die Schweiz hinaus bekannt zu machen. Die energieregionGOMS wird heute regelmässig von Gemeinden oder Regionen besucht, und sie kann so ihre Erfahrungen auch an andere Regionen im In- und Ausland weitergeben. Dies ist beste Werbung für die gesamte Region, wie die Verantwortlichen in einer Medienmitteilung schreiben.


Angefangen hat die Initiative mit einigen engagierten Leuten aus der Region. Sie gründeten einen Verein und fingen an, die Marke «energieregionGOMS» mit Hilfe von Projekten und einer gezielten Kommunikation über die Landesgrenze hinaus zu positionieren. Mitgetragen wird die Initiative von den Gemeinden der Region, von lokalen Unternehmen und dem Verein unternehmenGOMS. Mittlerweile wird die Energieregion auch durch eine Geschäftsstelle professionell unterstützt. Das Ziel aller Akteure ist es, regelmässig Projekte im Energiebereich umzusetzen und so die Energieproduktion mit lokalen Ressourcen zu steigern, zugleich unnötigen Energieverbrauch so weit möglich zu vermeiden, und die Region im Energiebereich bekannt zu machen.

Im Goms wurden über die letzten Jahre einige Vorzeigeprojekte umgesetzt. So wurden sieben Kleinwasserkraftwerke mit insgesamt 100 GWh Jahresproduktion gebaut, oder der höchstgelegene Windpark Europas auf dem Griespass realisiert, welcher rund 800 Haushalte mit Strom versorgt. Daneben wurden zahlreiche Solaranlagen erstellt, und ein grösserer Holzschnitzelverbund in der Gemeinde Ernen realisiert.
Projekte werden aber auch regelmässig im Bereich Energieeffizienz umgesetzt. Hier versucht man mit Fördermassnahmen Haushalte und Unternehmen zum Energiesparen zu bewegen. In der energieregionGOMS gibt es finanzielle Unterstützung für den Kauf von effizienten Haushaltsgeräten, bei der Durchführung von Gebäudeanalysen oder dem Bau von Solarkollektoren.

Der dritte Bereich bildet die Sensibilisierung. Regelmässig werden Bevölkerung, aber auch Unternehmen und Gemeinden mit Aktivitäten und Veranstaltungen in und ausserhalb der Region zu verschiedenen Energiethemen informiert. Eine wichtige Gruppe bildet die Jugend. Sie soll für einen umsichtigen Umgang mit Energie und Ressourcen sensibilisiert werden. In regelmässigen Abständen werden Energietage und Projekte zusammen mit den Schulen vor Ort durchgeführt. Diesen Sommer nehmen die Schüler beispielsweise mit einer Schnitzeljagd an der  internationalen Elektroauto-Rally WAVE teil, welche das Goms am 13. Juni besucht.

Viele Projekte sind aber nicht reine Energieprojekte. Sie sind vielmehr in einem regionalwirtschaftlichen Kontext zu betrachten, bei denen insbesondere touristische oder land- und forstwirtschaftliche Aspekte schnell einmal zu wichtigen Multiplikatoren werden können. Über das Projekt «e-mob» stellen zum Beispiel einige Gemeinden und Unternehmen ihren Mitarbeitern Elektroautos zur Verfügung, welche auch von Touristen tageweise gemietet werden können. Im Projekt «Dorfkernerneuerung» sollen alte Walliserhäuser in den Dorfkernen energetisch saniert werden. Der Erhalt der Dorfkerne mit ihren typischen sonnenverbrannten Walliserhäusern ist für das intakte und lebendige Dorfbild wichtig, aber auch für die touristische Attraktivität.
Als Vorzeigeregion wird die energieregionGOMS heute auch regelmässig von andern Gemeinden und Regionen besucht, welche ähnliche Ziele verfolgen. Unter dem Titel «Erleben und voneinander Lernen» wurde das Modul exkursionenGOMS aufgebaut, in welchem Firmenausflüge oder Workshops zum Erfahrungsaustausch angeboten werden. So entstehen positive Wirkungen, welche für das Image und das Marketing der Tourismusregion von Bedeutung sind. Gerade die beiden Bereiche Energie und Tourismus lassen sich sehr gut miteinander verbinden.

Die energieregionGOMS verfolgt ihre Vision seit zehn Jahren. Die Initianten wissen heute, dass diese Reise lange und manchmal beschwerlich sein kann. Aber am Ende kann dieser Weg das Gesicht und die Strukturen einer Region positiv verändern – zum Nutzen der lokalen Wirtschaft, der Gesellschaft und auch der Umwelt. Für sie liegt es darum auf der Hand, dass das Goms auch Vorbild für den Kanton werden kann. Als Wasserschloss und Sonnenstube der Schweiz hat das Wallis beste Karten, sich auch als «Energieland Wallis» zu vermarkten - eine Vorzeigeregion, in der modernste Technik, nachhaltiger Tourismus und die intakte Landschaft eine Einheit bilden.

Quelle:  energieregionGOMS

Montag, 26. Juni 2017

Verbrauch von Silizium sinkt

Der durchschnittliche Siliziumverbrauch für die Herstellung multi- und monokristalliner Solarzellen wird von 4,8 Gramm pro Watt (g/W) im vergangenen Jahr um 25 % auf 3,6 g/W im Jahr 2020 sinken. Dies ist das Ergebnis eines neuen Szenarios, das die Polysilizium-Marktforschungsfirma Bernreuter Research entwickelt hat. 

© bernreuter.com | Der spezifische Siliziumverbrauch
der Solarindustrie wird sich von 2010 bis 2020 halbieren.
"Neben dem wachsenden Marktanteil monokristalliner Zellen mit ihren höheren Wirkungsgraden wird vor allem die rasche Verbreitung von Diamantdrahtsägen den spezifischen Siliziumverbrauch pro Watt erheblich nach unten treiben", sagt Johannes Bernreuter, Chef von Bernreuter Research und Autor des Polysilicon Market Outlook 2020.
 
Diamantdrahtsägen in der Produktion monokristalliner Wafer bereits weit verbreitet
Im Vergleich zu traditionellen Drahtsägen, die mit einer den Draht benetzenden Suspension (Slurry) aus Siliziumkarbid-Partikeln arbeiten, erlauben Diamantdrahtsägen nicht nur einen höheren Durchsatz und geringere Kosten in der Waferproduktion, sondern auch die Verwendung eines dünneren Drahts. Während die technische Grenze von Slurry-basierten Drahtsägen bei einer Drahtdicke von 100 Mikrometern (µm) liegt, kann Diamantdraht bis zu 60 µm dünn sein und so den Sägeverlust bedeutend reduzieren. 

Diamantdrahtsägen haben bereits einen großen Marktanteil gewonnen in der Produktion monokristalliner Wafer, die folglich gegenüber der multikristallinen Variante konkurrenzfähiger geworden sind. Zudem treibt LONGi Green Energy Technology, der größte Hersteller monokristalliner Wafer, die monokristalline Technologie mit einem massiven Ausbau seiner Produktionskapazität voran. Bernreuter Research geht deshalb davon aus, dass der Marktanteil monokristalliner Wafer von 27 % im vergangenen Jahr auf 47 % im Jahr 2020 steigen wird. 

Multikristalliner Sektor holt durch angepasste Ätzprozesse auf
Die wachsende Konkurrenz hat den multikristallinen Sektor gezwungen, das technische Problem zu lösen, das bisher den Einsatz von Diamantdraht beim Sägen multikristalliner Wafer verhindert hat: Ihre Oberfläche wird so glatt, dass sie mit der sauren Standard-Ätzlösung nicht texturiert werden kann. 

Inzwischen bieten die Anlagenbauer Schmid, RENA und RCT Solutions angepasste Ätzprozesse mit einem Metallkatalysator oder anderen Zusatzstoffen an, die Diamantdraht-gesägte multikristalline Wafer texturieren können. GCL-Poly, der weltgrößte Hersteller multikristalliner Wafer, sowie die großen integrierten Solarmodul-Produzenten wie Jinko und Canadian Solar haben bereits begonnen, von Slurry-basierten auf Diamantdraht-Sägen umzustellen. "Experten schätzen, dass der Umstieg für die gesamte Industrie vier oder fünf Jahre brauchen wird", sagt Bernreuter. "Daher erwarten wir, dass 2020 mehr als 90 % der multikristallinen Wafer mit Diamantdraht gesägt werden." 

Detailliertes Szenario des spezifischen Siliziumverbrauchs in der Solarindustrie
Selbst mit viel konservativeren Annahmen errechnet Bernreuter Research einen durchschnittlichen Siliziumverbrauch von 4 g/W für 2020. Analyst Bernreuter warnt: "Die Polysiliziumindustrie muss sich auf die Tatsache vorbereiten, dass die Nachfrage an zwei Fronten nachlässt: Die jährliche Wachstumsrate der weltweiten Photovoltaik-Installationen geht zurück, und der Polysiliziumverbrauch für jedes neu installierte Gigawatt wird 2020 nur noch halb so groß sein wie 2010." 

Der Polysilicon Market Outlook 2020 enthält ein detailliertes Szenario des spezifischen Siliziumverbrauchs in der Solarindustrie zwischen 2014 und 2021, mit Daten zu Ingot-, Wafer- und Zellausbeuten, Waferdicke, Sägeverlust und Marktanteil von Diamantdrahtsägen, Zellwirkungsgraden und Marktanteilen von Zelltechnologien. Der 70-Seiten-Report liefert auch Bottom-up-Szenarien zu Polysilizium-Angebot und -Nachfrage, detaillierte Prognosen zu Polysilizium-Preisen und Produktionskosten bis 2020 sowie die jüngste Entwicklung in der Fließbettreaktor-Technologie. Mehr Informationen über den Report finden Sie hier

 

Freitag, 23. Juni 2017

Mehr - auch mehr Erneuerbare

Der Endenergieverbrauch der Schweiz ist 2016 gegenüber dem Vorjahr um 1,9% auf 854`300 Terajoule (TJ) gestiegen. Ein wichtiger Grund dafür ist die im Vergleich zum Vorjahr kühlere Witterung. Zum Verbrauchsanstieg trugen aber auch die positive Entwicklung der Wirtschaft und das anhaltende Bevölkerungswachstum bei.


Der Anstieg des Endenergieverbrauches um 1,9% gegenüber dem Vorjahr ist in erster Linie auf die etwas kühlere Witterung im Jahr 2016 zurückzuführen. Die Anzahl Heizgradtage, ein wichtiger Indikator für den Energieverbrauch zu Heizzwecken, nahm gegenüber dem Vorjahr um 6,7% zu. Zum höheren Energieverbrauch haben auch die langfristigen Treiber wie die ständige Wohnbevölkerung (+1,1%), das Bruttoinlandprodukt (+1,3%), der Motorfahrzeugbestand (+1,6%) und der Wohnungsbestand (Zuwachs, es liegen jedoch noch keine detaillierten Zahlen vor) beigetragen. Während der Zuwachs der langfristigen Treiber den Energieverbrauch erhöht, wirken Effizienzsteigerungen und Substitutionseffekte tendenziell dämpfend auf das Wachstum des Energieverbrauches. Zu den Bestimmungsfaktoren der Energieverbrauchsentwicklung werden die jährlichen Ex-Post-Analysen des Energieverbrauches weitere Aufschlüsse liefern können (Publikation im Oktober 2017). 

Der Verbrauch von Heizöl extra-leicht stieg um 2,4% an, derjenige von Erdgas um 3,8%. Der Elektrizitätsverbrauch blieb unverändert und lag auf dem Vorjahresniveau (siehe Medienmitteilung BFE vom 21. April 2017). Diese drei Energieträger machen mehr als die Hälfte des Endenergieverbrauches aus (2016: 53,8%).

Die energetische Verwendung von Industrieabfällen hat um 5,9% zugenommen (Anteil am Endenergieverbrauch 2016: 1,3%). Abgenommen hat der Verbrauch von Kohle (-8,1%) und den schweren Heizölsorten (-52,0%), zugenommen jener von Petrolkoks (+122,5%). Der Anteil dieser drei Energieträger am gesamten Endenergieverbrauch ist gering.

Der Treibstoffverbrauch insgesamt hat erstmals seit drei Jahren gegenüber dem Vorjahr wieder leicht zugenommen (+0,4%). Der Trend zur Substitution von Benzin durch Dieseltreibstoff setzte sich ungebrochen fort: Der Absatz von Dieselöl erhöhte sich um 1,1%, der Benzinverbrauch ging um 3,1% zurück. Der Absatz von Flugtreibstoffen stieg um 4,7%. Die fossilen Treibstoffe machen gut einen Drittel (34,2%) am gesamten Endenergieverbrauch aus. 

Die kühlere Witterung wirkte sich auch auf den Verbrauch der erneuerbaren Energieträger zu Heizzwecken aus. Der Verbrauch von Energieholz stieg um 7,6%. Auch die Nutzung von Umgebungswärme mit Wärmepumpen lag 10,6% über dem Vorjahreswert, ebenso der Verbrauch von Fernwärme (+6,2%) und Solarwärme (+3,8%). Der Anteil dieser Energieträger am gesamten Endenergieverbrauch 2016 betrug 9,1% (Energieholz: 4,6%, Umgebungswärme: 1,9%, Fernwärme: 2,3%, Solarwärme: 0,3%). Die direkte Nutzung von Biogas blieb konstant. Unter Berücksichtigung des ins Erdgasnetz eingespeisten Biogas (das statistisch unter Gas verbucht wird), ergibt sich ein Anstieg des Biogasverbrauchs um 5,8%. Am gesamten Gasverbrauch machte das eingespeiste Biogas 2016 0,9% aus. Der Verbrauch der biogenen Treibstoffe nahm gegenüber dem Vorjahr wiederum deutlich zu (+72,0%) und hat sich somit innerhalb der letzten drei Jahre insgesamt versiebenfacht. Der Anteil der biogenen Treibstoffe am gesamten Absatz von Benzin und Diesel lag 2016 bei 1,6% (2015: 0,9%). Neben der Befreiung der biogenen Treibstoffe von der Mineralölsteuer wirkt sich auch deren Anrechnung als CO2-Kompensationsmassnahme verbrauchssteigernd aus.

Die Schweizerische Gesamtenergiestatistik 2016 ist ab der zweiten Hälfte Juli auf Internet verfügbar und Anfang August 2017 in gedruckter Form erhältlich. Ab sofort verfügbar ist ein erster zusammenfassender Überblick (siehe Anhang).
Quelle: Bundesamt für Energie
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Mittwoch, 21. Juni 2017

Sonnenwende: Solarmedia-Tag

Hier folgt kein Aufruf zum allseits heiss diskutierten Crowdfunding - vielmehr gibt’s zum astronomischen Sommeranfang oder dem längsten Sonnentag eine simple Sponsoring-Aktion: Es müssen nicht unbedingt neue 20er oder 50er Noten sein (siehe Bild), ein alter Hunderter tuts auch:-) Einzuzahlen für: Zürcher Kantonalbank / Guntram Rehsche / IBAN CH46 0070 0111 3009 63007 (für Zahlungen aus Ausland BIC (SWIFT-Code) angeben: ZKBKCHZZ80A) - vielen Dank! 

Der Blog Solarmedia steht im neunten Jahr seit der Lancierung 2009. Anfangs sogar in Fachkreisen leicht säuerlich belächelt (weil der Autor schon damals an die kraftvolle Macht  der solaren Stromerzeugung und nicht nur von Solarwärme glaubte), wurde das damalige Bekenntnis nur in einer Hinsicht widerlegt: es war noch zu vorsichtig. Damals wie heute gilt aber auch – Solarmedia kann als Blog nur weitermachen, wenn ein gewisses Mass an finanzieller Unterstützung gewährleistet ist (s.u.). 

Jederman, jedefrau kann sich noch heute von den damaligen Infos ein Bild machen, denn der Solarmedia lässt sich bis zu  den Anfängen zurück verfolgen, dem Internet sei Dank (siehe Auflistung nach Jahren in der linken Spalte des Blogs). Und so konnte man im vergangenen Jahrzehnt in der allerersten Meldung vom 13.4.2009 etwa lesen: «Im vergangenen Jahr 2008 wurde ein Anstieg des Solarmarktes von 117 Prozent auf eine Gesamtleistung von rund 15 Gigawatt peak (GWp) verbucht (heute über 300!)» Siehe: http://solarmedia.blogspot.ch/2009/04/13.html
 
Einen Tag später präsentierte sich Solarmedia damals als Social Business: «Es genügt ein kurzer Überblick zur Geschichte der Solarwirtschaft darzutun, dass das Wirtschaften mit der Sonne vorderhand zumindest noch kein einträgliches Geschäft darstellt. Die Landwirtschaft ist ohne die Sonnenenergie zwar nicht denkbar, dort ist sie aber ein klassisches öffentliches Gut, das jeder genäss den klimabedingten Gegebenheiten nutzen kann. Auch als Wärme- resp. Energiespender zur Erwärmung erfüllt die Sonne ihren Zweck seit Menschengedenken. Noch nicht zum Zuge kommt sie allerdings als Elektrizitäts- respektive Stromquelle. Obwohl die technischen Gegebenheiten gegeben wären und der Effekt der photovoltaischen Umwandlung von Licht in Strom bereits durch Albert Einstein entdeckt wurde (wofür er auch den Nobelpreis erhielt). Solarmedia setzt sich nun zum Ziel, die Sonnennutzung in diesem Sinne medial zu begleiten und zu fördern.» Siehe: http://solarmedia.blogspot.ch/2009/04/solarmedia-als-social-business.html 

Damit war umschrieben, was heute noch gilt –  Solarmedia war und ist auf die Unterstützung der LeserInnen angewiesen ist. Leisten Sie Ihren Beitrag (ab 20 CHF als LeserIn, ab 200 CHF als Sponsorin mit Eintrag auf > Sponsorenseite). Hier nochmals die Kontoinformationen: Zürcher Kantonalbank / Guntram Rehsche / IBAN CH46 0070 0111 3009 63007 (für Zahlungen aus Ausland BIC (SWIFT-Code) angeben: ZKBKCHZZ80A) - Danke! 

Als Dank sei auch auf die neu ergänzte Fotosammlung von Solaraufnahmen aufmerksam gemacht, die Solarmedia weiterhin unter dem Titel «Top Solar Fotos» betreibt - http://solarmedia.blogspot.ch/p/solar-fotos.html. Die Aufnahmen können unter Einhaltung gewisser Regeln (günstige Tarife) weiter verwendet werden.

Samstag, 17. Juni 2017

Who is who Umweltwirtschaft

Der Branchenführer Umweltwirtschaft 2017 leistet Pionierarbeit. Er bietet erstmals einen Überblick über die Akteure der Umwelt- und Cleantechbranche in der Schweiz. Die Publikation ist ein wertvoller Beitrag zu Vernetzung und Austausch einer Branche im Aufwind.  

Die eidgenössische Abstimmung zum Energiegesetz hat gezeigt, in welche Richtung der Wind weht. Der Wertewandel hin zur Nachhaltigkeit geht jedoch weit über Politik und Gesellschaft hinaus. Die Erkenntnis, dass nur langfristig ökonomisch erfolgreich sein kann, wer das Prinzip der Nachhaltigkeit lebt, setzt sich zunehmend quer durch alle Wirtschaftsbranchen durch - ob im stetig wachsenden Biomarkt, der Solarbranche oder im nachhaltigen Anlagemarkt. Doch welche Güter und Dienstleistungen dienen überhaupt dem Umwelt- und Klimaschutz? Wie können diese Gütergruppen erfasst und kategorisiert werden? Welche Organisationen, Branchenverbände und Vereine stehen dahinter?

Diese Fragen beantwortet die OdA Umwelt im „Who is Who“ der Umwelt- und Cleantechbranche: dem Branchenführer Umweltwirtschaft 2017. Auf mehr als 90 Seiten treffen Akteure der Recycling- und Abfallwirtschaft auf Organisationen der Wasserwirtschaft, Naturmuseen auf nachhaltige Planungsbüros. Ein Kapitel widmet sich der Erneuerbaren Energiewirtschaft, während ein anderes sich mit Umwelt- und Naturschutzbehörden befasst. Die Vielfalt an Organisationen, die sich im Feld der Ressourcen- und Energieeffizienz positioniert haben, ist beindruckend. Da es sich bei der Umweltwirtschaft um eine Querschnittsbranche handelt, ist deren Vernetzung und Beschreibung umso anspruchsvoller. Der Branchenführer Umweltwirtschaft 2017 ist deshalb eine wichtige Orientierungshilfe für alle Wirtschaftsbranchen und Fachleute innerhalb der Branchen und entlang der Wertschöpfungsketten. Der Branchenführer soll den Austausch zwischen den Akteuren beleben, die den Wandel der Zeit erkannt haben. Individuen soll er eine Möglichkeit bieten, sich an nachhaltigen Trends und Entwicklungen zu beteiligen – in welcher Form auch immer.

Der Branchenführer Umweltwirtschaft wird 2017 erstmals publiziert. In den nächsten Jahren soll er kontinuierlich weiterentwickelt werden. Weitere Wirtschaftsbranchen werden sich dem Trend der Ressourceneffizienz und der Klimaverträglichkeit anschliessen und neu gegründete Akteure in der Öffentlichkeit in Erscheinung treten.

Auf umweltprofis.ch liegt der Branchenführer als PDF zum Download (2.8 MB) vor:
http://www.umweltprofis.ch/media/medialibrary/2017/05/Branchenfuhrer_der...

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Mittwoch, 14. Juni 2017

Renomierter Preis für Jenni

Josef Jenni von der Jenni AG in Oberburg bei Burgdorf - dem Solarspeicherpionier reichte es zum Hauptpreis 2 der Auszeichnung Georg Salvamoser Preis, die seit 2011 zum vierten Mal vergeben wurde. 
Bekannt wurde Jenni unter anderem mit diesen
voll solar versorgten Mehrfamilienhäusern
in Oberburg, wo auch die Jenni AG beheimatet ist.
Mit dem Bau des ersten 100 % solarbeheizten Mehrfamilienhauses setzt Jenni Energietechnik neue Massstäbe in der ganzjährigen Nutzung von solarer Wärme, steht in der Begründung, die auf der Website des Preises zu lesen steht. Seit über 40 Jahren verfolgt Josef Jenni konsequent seine Vision der solaren Vollversorgung im Wohnbereich. Das hat die Jury des Georg Salavmoser-Preises überzeugt.Josef Jenni ist ein Solarpionier der ersten Stunde. Als in Kaiseraugst bei Basel im Jahr 1975 ein Atomkraftwerk gebaut werden sollte, kämpfte er bereits dagegen, übernachtete auf dem besetzten Bauplatz. Mit Erfolg: Das Kraftwerk wurde nie gebaut. 
Auch beruflich wollte Jenni anschließend gegen die Atomkraft kämpfen. Dabei setzte er auf die Solarthermie, was konsequent war, weil die Photovoltaik noch nicht marktreif war. Zudem wurde in der Schweiz zu diesem Zeitpunkt das Brauchwasser zumeist mit Strom erwärmt, weshalb jeder Kollektor den Stromverbrauch im Land reduzierte – und so der Atomwirtschaft ihre Argumente für einen Reaktorbau nahm. Im Frühjahr 1976 gründete Jenni in Oberburg im Kanton Bern sein Unternehmen. Anfangs stand noch die Steuerungstechnik für Solaranlagen im Vordergrund, bald installierte er Kollektoren. Dabei wollte er sich aber nicht auf die solare Warmwasserbereitung beschränken, er propagierte vielmehr auch die solare Heizungsunterstützung. 
Also installierte er bald große Wasserspeicher mit mehreren 1000 Litern Inhalt. Die Speicher wurden im Laufe der Jahre immer größer. Um zu zeigen, dass auch ein energieautarkes Haus möglich ist, baute er 1989 ein solches mit einem 118.000 Liter fassenden Wärmetank. Heute hat das Unternehmen mit seinen 70 Mitarbeitern bereits mehr als 20.000 Exemplare des „Swiss Solartank“ ausgeliefert. Der größte fasst gut 200 Kubikmeter für ein Mehrfamilienhaus in der Nähe der Fabrik. So haben die Tanks schon manche Kilowattstunde Strom und manchen Liter Öl eingespart. 

Quelle:georg-salvenmoser-preis.de

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Dienstag, 13. Juni 2017

D: Solar und Atom gleichauf

Deutschland meldet für den Monat Mai einen Rekord beim erzeugten Solarstrom. Derweil zieht auch die Nachfrage nach Solarstromanlagen wieder an. Die Investition in Photovoltaik (PV) und Batteriespeicher ist nach Preisrückgängen inzwischen wieder attraktiv, wie der Bundesverband Solarwirtschaft schreibt.

Im Mai haben die in Deutschland installierten Photovoltaik-Anlagen die Rekordmenge von rund 5,57 Terawattstunden Strom produziert. Dies entspricht einem Anteil von 12,3 Prozent an der Erzeugung von Nettostrom. Damit lagen sie mit den Kernkraftwerken (5,65 Terrawattstunden und 12,5 Prozent der Nettoerzeugung) quasi gleichauf. Dies geht aus Berechnungen des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme ISE hervor. Die Nachfrage nach Solarstromanlagen und Batteriespeichern zog in Deutschland nach Auskunft des Bundesverbandes Solarwirtschaft (BSW-Solar) in den letzten Monaten spürbar an, was maßgeblich auf gesunkene Preise zurückzuführen ist. 

„Solarenergie ist preiswert geworden und entwickelt sich zu einer wichtigen Säule der Energieversorgung. Jetzt ist der ideale Zeitpunkt für den Einstieg in die eigene Solarenergieversorgung“, sagt Carsten Körnig, Hauptgeschäftsführer des BSW-Solar. Ein Großteil der Solarenergie-Potenziale im Strom-, Wärme- und Mobilitätssektor liege jedoch noch brach und müsse jetzt konsequent gehoben werden, um die Klimaschutzziele zu erreichen, so Körnig. Nach Einschätzung von Wissenschaftlern am Fraunhofer IWES kann die installierte Solarstromleistung in Deutschland bis zum Jahr 2050 auf über 300 Gigawatt ausgebaut werden. Derzeit liegt sie bei rund 42 Gigawatt. 

Nach aktuellen Meldedaten der Bundesnetzagentur war der Photovoltaik-Zubau in den ersten vier Monaten dieses Jahres mit rund 480 Megawatt rund 64 Prozent größer als im Vorjahreszeitraum. Beflügelt wird die wachsende Nachfrage durch die seit Herbst 2016 erneut gesunkenen Systemkosten. „Solarstrom vom Eigenheim- oder Gewerbedach gibt’s inzwischen meist bereits für die Hälfte der Preise regionaler Versorgertarife“, so Körnig. „Im Kraftwerksmaßstab kann Solarstrom in Deutschland bereits für rund 6 Cent je Kilowattstunde erzeugt werden. Das Preis-Leistungsverhältnis der Solarenergie liegt damit auf Augenhöhe mit neuen konventionellen Kraftwerken.“ 

Mit Hilfe eines Solarstromspeichers lassen sich große Anteile des selbst erzeugten Stroms auch selbst verbrauchen. Bereits jeder zweite Eigenheimbesitzer, der sich eine neue Solarstromanlage installiert, kombiniert diese inzwischen mit einem Heimspeicher. Die durchschnittlichen Preise für stationäre Batteriespeicher sanken in den letzten vier Jahren um 40 Prozent. Die Preise gewerblicher Batteriespeicher haben sich in diesem Zeitraum sogar halbiert. Das geht aus einem Preisindex hervor, den der Bundesverband Solarwirtschaft e.V. 2013 mit Unterstützung der Messe Intersolar/EES Europe aufgebaut hat. 

Vom 17. bis 25. Juni können sich tausende Bürgerinnen und Bürger im Rahmen der diesjährigen Woche der Sonne deutschlandweit bei lokalen Veranstaltungen über Erneuerbare Energien informieren. Mit Tagen der offenen Tür, Anlagenbesichtigungen, Informationsveranstaltungen, Vorführungen oder Sommerfesten werben Handwerksbetriebe, Unternehmen und regionale Initiativen für den Einsatz von Solarenergie, Holzpellets, Wärmepumpe und Speichern im eigenen Zuhause. Die Teilnahme an der Woche der Sonne ist kostenlos. Die in Eigenregie durchgeführten Veranstaltungen können in den zentralen Veranstaltungskalender auf www.woche-der-sonne.de eingetragen werden. Alles Wichtige rund um die Woche der Sonne findet man ebenfalls auf www.woche-der-sonne.de.

Montag, 12. Juni 2017

Beiträge fürs Stromsparen

2017 werden zum achten Mal Wettbewerbliche Ausschreibungen zum Stromsparen im Industrie- und Dienstleistungsbereich und in den Haushalten durchgeführt. Die Resultate für die erste Ausschreibung 2017 für Projekte liegen vor: 20 Projekte erhalten insgesamt 3.8 Millionen Franken an Förderbeiträgen, um möglichst kostengünstig und nachhaltig Strom zu sparen. Die 2. Ausschreibung 2017 für Projekte startet heute am 12. Juni 2017. 

 

Für die erste Wettbewerbliche Ausschreibung für Projekte 2017 sind bei der Geschäftsstelle ProKilowatt insgesamt 36 Projektangebote eingegangen. Die Auswahl der eingereichten Vorschläge erfolgte in einem Auktionsverfahren: Den Zuschlag erhielten diejenigen Projekte mit dem besten Kosten-Nutzen-Verhältnis, das heisst mit der billigsten eingesparten Kilowattstunde.


Das Kosten-Nutzen-Verhältnis (Förderbeitrag pro eingesparte Kilowattstunde) der geförderten Projekte liegt zwischen 1.6 und 3.7 Rappen pro Kilowattstunde (Durchschnitt 2.6 Rp./kWh, Vorjahr 3.3 Rp./kWh). Das thematische Spektrum reicht von der Erneuerung und Optimierung von Prozess- und Kälteanlagen, Druckluft und Beleuchtung bis zu Effizienzsteigerungen von elektrischen Antrieben. Die bewilligte Fördersumme der ersten Runde beträgt 3.8 Mio. CHF.

Seit heute 12. Juni 2017 können Projekte für die zweite Projektrunde 2017 eingereicht werden. Eingabetermin ist der 10. August 2017. Für die Abwicklung ist die Firma CimArk SA in Sion im Auftrag des Bundesamts für Energie verantwortlich. Mit dem Instrument der Wettbewerblichen Ausschreibungen unterstützt der Bund Projekte und Programme zur Förderung der Effizienz im Strombereich, die möglichst kostengünstig zum sparsameren Stromverbrauch im Industrie- und Dienstleistungsbereich und in den Haushalten beitragen. Die Wettbewerblichen Ausschreibungen werden über einen Zuschlag auf die Übertragungskosten der Hochspannungsnetze finanziert. Für die Ausschreibungen für Projekte und Programme stehen 2017 insgesamt 45 Millionen Franken zur Verfügung.

Quelle: Bundesamt für Energie BFE

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Sonntag, 11. Juni 2017

Solaraktien leicht im Plus

 
Der Solaraktienindex PPVX stieg letzte Woche um 0,1% auf 1.003 Punkte, der NYSE Arca Oil um 1,5%. Seit Jahresanfang 2017 liegt der PPVX mit +4,2% währungsbereinigt rund 19 Prozentpunkte vor dem Erdölaktienindex (-15,9%). Die Top-3-Titel seit Jahresanfang sind Meyer Burger Technology AG (+88%), United Photovoltaics Group (+56%) und SolarEdge Technologies (+54%). Die grössten Gewinner der Woche waren Shunfeng International (+11%) und Meyer Burger Technology AG (+7%), die grössten Verlierer JinkoSolar Holding (-8%) und Daqo New Energy (-5%). Der PPVX-Börsenwert beträgt rund 21,8 Mrd. Euro. Seit Anfang 2003 liegt der PPVX (+257%) rund 119 Prozentpunkte vor dem Erdölaktien-Index (mit +138%).


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Der Solaraktienindex PPVX erscheint auf Solarmedia jeden Monat neu - Quelle: Öko-Invest-Verlag, Wien, oeko-invest@teleweb.at 

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Freitag, 9. Juni 2017

Weltweit auf dem Vormarsch

Die Stromerzeugung aus Photovoltaik verzeichnet schnellstes Wachstum aller Energiequellen.  Und der Übergang zu mehr dezentralisierten und intelligenten Energiesystemen schafft Marktchancen, wie das Frost & Sullivan’s Energy & Environment Team ermittelte. Gemäss dem Weltstatusbericht zu den Erneuerbaren Energien stammte Ende 2016 ein Viertel des Gesamtenergieverbrauchs aus Anlagen, die erneuerbare Energiequellen nutzen. 

Fortschreitende Dezentraliserung, die Notwendigkeit, die Energiegewinnung kohlenstoffärmer zu gestalten und die Digitalisierung, die die operative Effizienz vorantreibt, sorgen für Wachstumsmöglichkeiten in der Energiewirtschaft. Die anhaltende Förderung der erneuerbaren Energien durch die Behörden in den wichtigsten Märkten lässt Investitionen in die Energiebranche weltweit auf 443,5 Milliarden US-Dollar in 2017 anwachsen. Das schnellstwachsende Segment wird dabei die Photovoltaik (PV) mit 73,5 Prozent sein, gefolgt von Windenergie mit 21 Prozent Anteil an den weltweiten Investitionen bis 2020. Der sich weiterentwickelnde Markt zwingt die Marktteilnehmer zu innovativen Geschäftsmodellen, dem Angebot kundenorientierter Lösungen und flexibler Portfolios. Zudem wird eine voranschreitende Konsolidierung erwartet, da Unternehmen auf der Suche nach Fördermitteln sind um zu expandieren und neue Produkte anbieten zu können. Die aktuelle Studie Global Power Industry Outlook, 2017 ist Teil des Frost & Sullivan Growth Partnership Service Programms Power Generation und untersucht Trends im Strommarkt, inklusive der installierten Leistung, Investitionen und des regionalen Wachstums im Bereich Kohle, Gas, Kernenergie, Wasserkraft, Solar, Wind als auch Strom aus Biomasse. 

„Während neue Marktregionen ins Rampenlicht treten, sorgen lokale Gesetzgebung und Anreize für die Ausbeutung erneuerbarer Energien für einen Energiemix, der die Industrieteilnahmer dazu zwingt, bestehende Herausforderungen in den Blick zu nehmen und Lokalisierungsstrategien für ein langfristiges Wachstum festzulegen,” sagt Energy & Environment Research Analyst Jonathan Robinson. „Während die Märkte für erneuerbare Energien und dezentrale Energieversorgung reifer werden, sorgt die Wartung und Instandhaltung der Ausrüstung einer großen Anzahl installierter Kapazitäten für attraktive Wachstumsaussichten im Bereich Betrieb und Wartung.” Die wichtigsten Trends im globalen Energiemarkt:
  • Kontinuierlicher Übergang hin zu dezentralisierten und intelligenten Energiesystemen
  • Nachfrage der Energieversorger nach Energiemanagementlösungen, sowohl auf der Angebots- als auch der Nachfrageseite
  • Hohe Wachstumsraten für Solar-PV: die Investitionsprognose erhöht sich um 11,5 Prozent auf 141,6 Milliarden US-Dollar in 2017. Internationale Vereinbarungen, wie COP21, und fallende Technologiekosten im Bereich der Erneuerbaren gewährleisten mehr Kapazität pro investiertem Dollar
  • China wird zum größten Markt hinsichtlich der Ertragsinvestitionen, das schnellste Wachstum widerfährt jedoch Indien mit einem doppelstelligen Wachstum an Investitionen bis 2020
  • 73,4 Prozent der europäischen Investitionen in die Stromerzeugung gehen in Erneuerbare, Russland und die GUS-Staaten werden sich diesem Trend jedoch widersetzen und sich auf Atom- und Wasserkraft konzentrieren
  • Es kommt zu einem Gesamtanstieg der weltweiten Kohlekapazitäten, auch wenn die Nutzungsrate bestehender Kohlekraftwerke in den meisten Regionen zurückgeht
  • Neue Geschäftsmodelle, die Anreize für energiefreundliche Verbrauchsmuster umfassen, und das Wachstum bei Energiespeichertechnologien sorgen dafür, dass der Bedarf an Investitionen im Bereich der Spitzenleistungen in reifen Energiemärkten zurückgeht
  • Hohe Investitionen in Wasserkraft, auch wenn es sich hierbei um eine ausgereifte Technologie handelt; China, Asien-Pazifik und Lateinamerika werden zu den wichtigsten regionalen Märkten
„Die Digitalisierung hat das Potenzial Effizienzgewinne zu erzielen und neue Umsatzströme für Marktteilnehmer zu erschließen, und zwar in Geschäftsbereichen, wie etwa Demand Response, Versorger als Energiedienstleistungsunternehmen (engl. energy service company, ESCO), Predictive oder Echtzeit-Analytik, Vehicle-2-Grid und virtuelle Kraftwerke und Mikronetze,” fügt Robinson hinzu. „Doch die Umsetzung wird Zeit kosten und erhebliche Investitionen fordern.” 

Und noch ein Rückblick auf bereits beobachtete Entwicklungen: Etwa ein Viertel der weltweiten Stromerzeugung stammte Ende 2016 aus Anlagen, die erneuerbare Energiequellen nutzen. Dies geht aus der kürzlich veröffentlichten 12. Auflage des „Global Status Reports 2017“ des Erneuerbare-Energien-Netzwerk „Renewable Energy Policy Network for the 21st Century“ (REN21) hervor. Allein im vergangenen Jahr sind demnach Erneuerbaren-Anlagen mit einer Gesamtleistung von 161 Gigawatt neu installiert worden. Mit 47 Prozent entfiel der größte Anteil auf neue Photovoltaik-Anlagen. Dabei gehen die Kosten für erneuerbare Energien immer weiter zurück. Die Gesamtinvestitionen in die neuen Anlagen habe bei 241,6 Milliarden US-Dollar gelegen. Trotz des Rekordzubaus seien die Ausgaben um 23 Prozent gesunken, heißt es in dem Bericht weiter. Insgesamt habe sich die installierte Leistung an Erneuerbaren 2016 weltweit um rund neun Prozent auf insgesamt 2017 Gigawatt erhöht.

Donnerstag, 8. Juni 2017

Zukunft der Solarvergütung

Gelegentlich muss man im Ausland Ausschau halten, um vernünftige Infos über hiesige Gegebenheiten zu erhalten. So auch, wenn es um die künftige Regelung der Solarstromvergütung gemäss neuem Energiegesetz geht - nachstehend ein Bericht der deutschen Solarplattform www.photovoltaik.eu.

Nach der Billigung der Energiestrategie 2050 durch die Schweizer ist der Weg für die Verordnung zur Förderung der Solarstromanlagen frei. Die Regelungen sind kompliziert. Die Einmalvergütung wird auf große Anlagen ausgeweitet, was dem Eigenverbrauch einen kräftigen Schub verleihen könnte. Der Branchenverband Swissolar hat eine Übersicht erstellt, aus der die künftige Förderung der erneuerbaren Energien hervorgeht. Mit der Billigung der Energiestrategie 2050 durch die Bevölkerung  ist auch der Weg für die Verordnung über die Förderung der Produktion von Elektrizität aus erneuerbaren Energien – kurz Energieförderverordnung (EnFV) – frei. In ihr ist detailliert festgelegt, welche Anlagen in Zukunft welche Förderung und vor allem wie viel Unterstützung bekommen. So fällt zum einen die Abstufung der Solaranlagen hinsichtlich ihrer Leistung weitgehend weg. Die EnFV kennt nur noch große und kleine Photovoltaikanlage. Die Grenze liegt dabei bei 100 Kilowatt Leistung. Kleine Anlagen sind solche Generatoren, die um weniger als 100 Kilowatt Leistung erweitert oder erneuert werden, auch wenn dadurch die Gesamtleistung auf über 100 Kilowattstunden steigt. Die Obergrenze der großen Anlagen liegt wiederum bei 50 Megawatt.

Kleine Anlagen bekommen Einmalvergütung: Eine grundsätzliche Neuerung ist die Möglichkeit der Betreiber von großen Photovoltaikanlagen, für einen Investitionskostenzuschuss zu optieren und dafür auf die Einspeisevergütung zu verzichten. Diese Möglichkeit gab es bisher nur für Betreiber von Anlagen mit einer Leistung zwischen zehn und 30 Kilowatt. 

Künftig haben Betreiber von Anlagen mit einer Leistung von bis zu 100 Kilowatt grundsätzlich nur noch die Möglichkeit, eine Einmalvergütung in Form eines Investitionszuschusses zu bekommen. Damit werden Eigenverbrauchsanlagen immer lukrativer. Denn die Einspeisevergütung für solche Generatoren fällt grundsätzlich weg. Sie bekommen für den eingespeisten, überschüssigen Strom, den sie nicht selbst verbrauchen, einen Referenzmarktwert. Damit legt die EnFV endlich eindeutige Regelungen für die Rückliefertarife fest, lange Zeit ein Streitthema zwischen Netz- und Anlagenbetreibern. Der Referenzmarktpreis ist dabei der über ein Viertel Jahr gemittelte Preis für das Marktgebiet Schweiz an der Strombörse. 

Einspeisevergütung nur noch für Großanlagen: Am System der Einspeisevergütung dürfen nur große Anlagen teilnehmen. Dieses läuft aber ohnehin fünf Jahre nach Inkrafttreten des novellierten Energiegesetzes aus. Die Betreiber der großen Anlagen müssen aber nach einer gewissen Zeit in die Direktvermarktung wechseln. Betreiber von Anlagen mit einer Leistung von bis zu 500 Kilowatt bekommen die Einspeisevergütung immerhin zwei Jahre lang, bevor die Pflicht zur Direktvermarktung greift. Betreiber von noch größeren Generatoren müssen schon nach einem Jahr ihren Strom direkt vermarkten. Dies gilt auch für Bestandsanlagen mit einer Leistung zwischen 500 Kilowatt und 50 Megawatt. 

Die Erlöse aus der Direktvermarktung bestehen dabei aus zwei Teilen. Zum einen bekommen die Anlagenbetreiber den an der Strombörse erzielten Preis. Zum anderen erhalten sie zusätzlich dazu bekommen sie eine Einspeiseprämie, von der der Referenzmarktwert abgezogen wird. Damit können die Anlagenbetreiber sogar höhere Einnahmen erzielen als mit der bisherigen Einspeisevergütung. Voraussetzung ist allerdings, dass sie an der Börse einen hohen Preis für ihren Strom erzielen – also de facto vor allem eine theoretische Möglichkeit. Eine zweite Kategorisierung bezieht sich auf die Art der Anlage. Hier stellt die EnFV klar, wann es sich um eine gebäudeintegrierte Solaranlage handelt. Diese müssen zwingend neben der Energieproduktion zusätzlich dem Wetterschutz, dem Wärmeschutz oder der Absturzsicherung dienen. 

Quelle: photovoltaik.eu  /  Bild: Guntram Rehsche

Montag, 5. Juni 2017

Als ob die Sonne Merci sagt

Mit etwas Abstand zur Abstimmung über die Energiestrategie lässt sich zwei Wochen danach feststellen: Die Gewinnerin ist eindeutig die Sonnen- und verloren hat die Atomenergie. Dass nunmehr die Nutzung der Sonnenenergie als zentrale Energiequelle für die Schweiz auch politisch anerkannt ist, wird untermauert durch neue Fakten zu deren Ergiebigkeit – und die unlängst durchlebte intensive Schönwetter- und Sonnenscheinzeit. Nötig ist eine verbesserte statistische Solarberichterstattung für die Schweiz.

Stets aktuell zeigt die Infotafel den
(im Mai besonders hohen) Solarertrag
der PV-Anlage Grünmatt in ZH-Friesenberg
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Die letzten Tage des Monats Mai haben uns eine selten intensive und länger andauernde Sonnenbestrahlung beschwert. So als ob die Sonne Merci sagte für das in sie gesetzte Vertrauen. Auch wenn an Pfingsten der Segen vorderhand ein Ende zu haben scheint. Aber der Mai war effektiv sehr ertragreich, was Meldungen aus Deutschland belegen (gemäss Übertragungsnetzbetreibern): Die Solarenergie hat  mit insgesamt 5,1 Mrd. kWh etwa gleich viel Strom wie die Windenergie erzeugt. Gegenüber dem Vormonat April legte die Solarstromerzeugung jahreszeitenüblich deutlich zu (3,9 Mrd. kWh). Auch im Vergleich zum Vorjahresmonat steigt die Solarstromeinspeisung leicht um 8 Prozent (4,7 Mrd. kWh). 

Was auch der individuelle Ertrag etwa der Solaranlage Grünmatt in Zürich-Friesenberg (siehe Bild) bestätigt. Die genossenschaftliche PV-Einrichtung, die nun ins vierte Jahr ihrer vollen Funktion geht, wies bei einer Kapazität von 467 Kilowatt Peak einen Monatsertrag von rund 60'000 Kilowattstunden auf. Leider verfügt die Schweiz noch nicht über eine aktuelle Aufzeichnung der Solarerträge für das ganze Land. Ein Manko, das angesichts der wachsenden Bedeutung des Stromertrags aus solarer Herkunft (ganzjährig bereits drei Prozent und bei Spitzensonnenschein rund einen Drittel) behoben werden sollte. 

Das drängt sich um so mehr auf, als unterdessen auch belegt ist, dass das Potential der hiesigen Solarstromerzeugung weit höher liegt als bisher angenommen. Selbst der Fachverband Swissolar ging bislang davon aus, dass problemlos ungefähr ein Viertel des Gesamtstromverbrauchs in der Schweiz durch die Sonne bedient werden könnte. Dann erschien kurz vor der Energieabstimmung eine Studie von Meteotest, die das Potential wesentlich höher veranschlagte – was in der Abstimmungsdikussion unterging. 

So oder so: Dieses Potential liegt gar so hoch, dass hierzulande durchaus auch die Hälfte des Gesamtstromverbrauchs durch die Sonne erzeugt werden könnte – und das auf bereits bebauten Flächen, also ohne zusätzliche Eingriffe in die Landschaft. Swissolar umschrieb das so: Bei der Photovoltaik liegt das nachhaltige Potenzial bei rund 30 Terrawattstunden (TWh), was der Hälfte des heutigen Strombedarfs entspricht. Rund 80 Prozent der Potenziale kommen von den Dächern, rund 20 Prozent von den Fassaden. Das wirtschaftliche Potenzial auf den Dachflächen – wenn alle gut geeigneten Dächer belegt würden – liegt sogar bei knapp 50 TWh. Weitere, in der Studie nicht ausgewiesene Potenziale sind auf Parkplätzen, Stauseen, Reserve-Bauzonen sowie auf vorbelasteten Flächen im Alpenraum zu finden. 

Die Studie zeigt aber auch, was Solarwärme leisten könnte. Dort beträgt das Potenzial rund 10 TWh, was etwa 10 Prozent des heutigen Wärmebedarfs entspricht. Würde der Bedarf dank Wärmedämmung auf den neuesten Stand gebracht, könnte die Sonne gar 20 Prozent des Wärmebedarfs liefern (Quelle: Swissolar). In den Medien fanden diese Erkenntnisse wenig Beachtung, ausser etwa in der Luzerner Zeitung, die allein für den Innerschweizer Kanton festhielt: «Solarstrom-Potentialist riesig – und liegt brach.»

Genutzt werden kann das Potential in grossem Stil dann, wenn die durchaus schon bestehenden Speicherkapazitäten (Speicherseen und Pumpspeicher) auch für die Erneuerbaren Energien nutzbar werden und wenn eine dezentrale Speicherinfrastruktur die Erhöhung des Eigenverbrauchs zulassen. Denn die Erzeugung von Solarstrom ist heute europaweit schon in vielen Fällen wettbewerbsfähig, wie die Solarplattform photovoltaik.eu unlängst festhielt >>> siehe hier. Das gilt bald selbst auch für viel nördlicher gelegene Staaten als die Schweiz, also etwa für Schweden oder Finnland.

Quellen: im Text erwähnt   © Text und Bild:   Solarmedia 

Freitag, 2. Juni 2017

Neue Energiewelt setzt Zeichen

Die Intersolar Europe, die weltweit führende Fachmesse für die Solarwirtschaft und ihre Partner, fand am Freitag ihren Abschluss. Über 1.100 Aussteller aus 51 Ländern präsentierten innovative Lösungen und Produkte auf dem internationalen Branchentreff und der parallel stattfindenden ees Europe, der größten und besucherstärksten Fachmesse für Batterien und Energiespeichersysteme. 

Ein weiterer Schritt in eine regenerative Energiezukunft: Laut dem Verband SolarPower Europe wird der jährliche weltweite Zubau von PV-Anlagen 2017 erstmals die 80 Gigawatt (GW)-Marke überschreiten. Schon im Jahr 2016 war der Zubau um rund 50 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. Im Rahmen der diesjährigen Intersolar Europe Conference veröffentlichte SolarPower Europe die neuen Zahlen in ihrem „Global Market Outlook for Solar Power 2017-2021“. Die Entwicklung erreicht damit eine neue energiewirtschaftliche Dimension. 

"In unserer Vision ‚24 Stunden Sonne‘ wird es klar eine Energiezukunft geben, in der sämtliche Energie aus erneuerbaren Quellen kommt,“ sagt Martin Hackl, Leiter der Business Unit Solar Energy bei der Fronius International GmbH. „Genau das werden wir dadurch erreichen, indem wir die vier Säulen dieser Zukunft beachten – Energie intelligent und effizient zu erzeugen, zu verteilen, zu speichern und zu verbrauchen.“ 

Intelligent vernetzt: Smart Renewable Energy
Die Energiewirtschaft erlebt derzeit durch die zunehmende Digitalisierung einen Umschwung. Die neue Energiewelt stand deshalb im Mittelpunkt der Intersolar und ees Europe. So fokussierten die diesjährigen Messen die intelligente Vernetzung verschiedenster Arten der Erzeugung sowie leistungsfähige Speichersysteme und die optimierte Nutzung von Energie. Besucher erfuhren auf den Messen alles Wissenswerte über die Herausforderungen zur effizienten, sicheren und kostengünstigen Integration erneuerbarer Energien und den neuen Geschäftsmodellen, die sich in der Energiewirtschaft der Zukunft ergeben. „Nur mit der Digitalisierung ist es möglich, alle Komponenten der Sektorkopplung, also Strom, Wärme und Mobilität, intelligenter und effizienter miteinander zu verbinden. Wir brauchen  Lösungen, die eine Kommunikation zwischen diesen Bereichen gewährleisten und Optimierungen über Sektoren hinweg ermöglichen“, sagt Dr. Bernd Koch, Leiter Dezentrale Energie Systeme bei der Siemens AG. Die Sonderschau Smart Renewable Energy und das gleichnamige Forum kamen bei den Besuchern sehr gut an. 

Hier stellten Aussteller und Experten aus der Forschung ihre Lösungen vor, die zum Zusammenspiel von erneuerbaren Energien und Speichern in einem smarten und effizienten Stromnetz beitragen. Ein präsentes Thema war dabei besonders die intelligente Technik, die Stromerzeugung und -verbrauch analysiert, optimiert und verschiedene technische Einrichtungen vernetzt. „Die neue Energiewelt spielt sich dezentral und regenerativ ab – und bezieht sich schon lange nicht mehr nur auf den Bereich Erzeugung. Um die Bevölkerung für dieses Thema zu sensibilisieren, müssen wir die Lösungen für unsere Kunden so einfach wie möglich gestalten – wie beispielsweise mit unserer SolarCloud. Nur so geben wir ihnen die Möglichkeit, an der neuen Energiewelt zu partizipieren“, sagt Franco Gola, Vice President PV & Batteries bei der E.ON Energie Deutschland GmbH. 

Intersolar Europe Conference und Intersolar AWARD Neben der intelligenten Vernetzung der verschiedenen Arten der Energieerzeugung standen die Themen Finanzierung, PV-Großkraftwerke und Anlagenrentabilität großer Anlagen im Fokus der begleitenden Intersolar Europe Conference, die vom 30. bis 31. Mai stattfand. Darüber hinaus diskutierten Experten die neuesten Trends und die Entwicklungen der internationalen Märkte. Über 1.700 Teilnehmer aus 77 Ländern besuchten 2017 die Intersolar und ees Europe Conference und ihre Side-Events. Das entspricht einem Zuwachs von rund 30 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Eine beliebte Veranstaltung bei Besuchern ist in jedem Jahr die Verleihung des prestigeträchtigen Intersolar AWARD. Pünktlich zum Start der Messe wurden am 31. Mai wegweisende Lösungen bereits zum zehnten Mal mit dem begehrten Preis ausgezeichnet. In der Kategorie „Photovoltaik“ konnten sich Ciel & Terre International, Hanwha Q CELLS und SMA Solar Technology über den Award freuen. In der Kategorie „Herausragende Solare Projekte“ konnten RAM Pharma, Next Kraftwerke, SUNfarming, Goldbeck Solar und die Universität Hohenheim in Zusammenarbeit mit Phaesun überzeugen. Erstmals würdigte die Jury in diesem Jahr auch Projekte aus dem Themenfeld „Smart Renewable Energy“. 

2018: Dachmarke „The smarter E“ bündelt vier Energiemessen  
Die Veranstalter der Intersolar und ees Europe bündeln in Zukunft vier Energiemessen rund um erneuerbare und intelligente Energielösungen unter dem Dach „The smarter E“. Ab 2018 werden die Themen regenerative Stromerzeugung, Verteilung, Speicherung und intelligente Nutzung von Energie abgedeckt. Im kommenden Jahr erleben dann neben den renommierten Fachmessen Intersolar und ees Europe auch zwei neue Energiemessen ihre Premiere unter dem Dach The smarter E: Die Power2Drive, die Fachmesse für Ladeinfrastruktur und Elektromobilität, sowie die EM-Power, die Fachmesse für intelligente Energieerzeugung in Industrie und Gebäuden. Die neuen Messen finden erstmals parallel zur Intersolar und ees Europe vom 20. bis 22. Juni 2018 auf der Messe München statt.

Donnerstag, 1. Juni 2017

Nachhaltiges Anlegen im Plus

Nachhaltige Anlagen gewinnen weiter an Bedeutung. Mit einem Plus von 29 Prozent ist dieser Markt in Deutschland, Österreich und der Schweiz auch 2016 überproportional gewachsen. Die neuen Jahresstatistiken des FNG – Forum Nachhaltige Geldanlagen beziffern Investments, die neben finanziellen auch ökologische und soziale Kriterien berücksichtigen, in den drei Ländern auf knapp 420 Milliarden Euro. Werden außerdem Anlagen hinzugenommen, bei denen lediglich einzelne Nachhaltigkeitsaspekte oder -strategien einfließen, beträgt die Summe sogar mehr als vier Billionen Euro. 

Der stärkste Zuwachs nachhaltiger Anlagen war in der Schweiz (+39%) zu verzeichnen, gefolgt von Österreich (+24%) und Deutschland (+15%). „Jedes Jahr erleben wir, dass sich immer mehr Investoren für Nachhaltigkeit bei der Verwaltung ihrer Vermögen entscheiden“, kommentiert der FNG-Vorstandsvorsitzende Volker Weber die neuen Marktzahlen. „Vor allem institutionelle Anleger zeigen sich zunehmend überzeugt, während wir von den Vermögensverwaltern wissen, dass sie die Berücksichtigung nicht-finanzieller Kriterien immer häufiger als selbstverständlichen Teil ihrer treuhänderischen Pflichten begreifen.“ 

Bei den institutionellen Investoren haben laut aktuellem FNG-Marktbericht in Deutschland und der Schweiz mit Marktanteilen von 43 beziehungsweise 47 Prozent jeweils die öffentlichen Pensions- oder Reservefonds die Nase vorn. In Österreich sind es dagegen die Vorsorgekassen (59%). Aber auch Versicherungen, betriebliche Pensionsfonds, kirchliche Institutionen und Wohlfahrtseinrichtungen sowie Stiftungen kommen je nach Land zum Teil auf beträchtliche Volumina.
 
Einen besonderen Fokus legt der diesjährige FNG-Marktbericht auf Menschenrechtsfragen. Folgende nachhaltige Anlagestrategien bewerten Vermögensverwalter dabei als besonders wirkungsvoll: Ausschlüsse von Unternehmen und Staaten aus dem Investmentuniversum, die Ausübung von Stimmrechten und der Dialog mit Unternehmen – das Engagement – sowie das Überprüfen von Anlagen nach ihrer Übereinstimmung mit Normen. Hierbei kommt den ILO-Kernarbeitsnormen und dem UN Global Compact eine besondere Relevanz zu.
 
„Es hat sich gezeigt, dass Vermögensverwalter Menschenrechte bereits zu weiten Teilen als immanenten Bestandteil ihrer Verantwortung ansehen“, ergänzt FNG-Geschäftsführerin Claudia Tober. „Weitere wichtige Motive sind das Reputations-Management und die Nachfrage von Kunden. Menschenrechte finden insgesamt – nicht zuletzt angetrieben durch die 2011 veröffentlichten UN-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte – in der Finanzbranche zunehmend systematisch Berücksichtigung.“
 
Die Jahresstatistiken für Nachhaltige Geldanlagen werden dieses Jahr im Rahmen der Europäischen Nachhaltigkeitswoche veröffentlicht.

Das FNG erhebt die Daten für den FNG-Marktbericht selbst. Das Kapitel beziehungsweise die eigenständige Publikation zum Schweizer Markt hat das FNG in Kooperation mit Swiss Sustainable Finance erstellt. Der FNG-Marktbericht hätte ohne die Unterstützung von einigen engagierten Verbandsmitgliedern nicht erstellt werden können. Ein besonderer Dank gilt deshalb folgenden Sponsoren und Unterstützern: Union Investment, oekom research AG, BIB – Bank im Bistum Essen eG, Deutsche Bildung AG, FondsDISCOUNT.de, GES Switzerland, NKI – Institut für nachhaltige Kapitalanlagen, KlimaGut Immobilien AG, Pictet Asset Management, Qualitates GmbH, Raiffeisen Kapitalanlage GmbH, RobecoSAM und die South Pole Group.